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outubro 17, 2004

Neuer Wirbel um Buttiglione. Der designierte EU-Justizkommissar kritisiert alleinerziehend Frauen als "nicht besonders gute Mütter"

[Fonte: Die Welt]

Der designierte EU-Justizkommissar Rocco Buttiglione sorgt nach seinen Äußerungen über Homosexualität weiter für Wirbel: Allein erziehende Mütter seien keine guten Mütter, soll er sinngemäß auf einer Konferenz gesagt haben. Diese Äußerung sei jedoch aus dem Zusammenhang gerissen und falsch verstanden worden, erklärte der konservative Politiker. Unterstützung erhielt Buttiglione vom designierten EU-Industriekommissar Günter Verheugen und dem Europaabgeordneten Elmar Brok (CDU).

„Kinder, die nur eine Mutter und keinen Vater haben, sind die Kinder einer nicht besonders guten Mutter“, wurde Buttiglione am Freitag von Journalisten zitiert. Er habe mit diesem Vergleich jedoch die Beziehungen zwischen den USA und Europa thematisieren wollen, sagte er später der Nachrichtenagentur ANSA. Allein erziehende Mütter hätten seine volle Unterstützung. In einer Anhörung hatte der gläubige Katholik zuvor erklärt, er halte Homosexualität für eine Sünde, und war deshalb von einer Mehrheit der zuständigen Ausschüsse des EU-Parlaments abgelehnt worden.

Brok warnte indes vor einer endgültigen Ablehnung Buttigliones. Dies würde die ganze Europäische Union in eine Verfassungskrise stürzen, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der „Welt am Sonntag“. Katholisch geprägte Länder wie Polen könnten nicht hinnehmen, daß ein Kommissar wegen seiner religiösen Überzeugungen abgelehnt werde.

Auch Verheugen nahm Buttiglione in Schutz. In Europa habe jeder das Recht auf seine Meinung, sagte er dem „Spiegel“. Zwar dürfe ein Kommissionsmitglied solche persönlichen Wertvorstellungen nicht über das europäische Regelwerk stellen. Genau das aber habe auch Buttiglione ausdrücklich hinzugefügt, sagte Verheugen. „Ich habe in den letzten Jahren auch manches gegen persönliche Überzeugungen tun müssen.“

Das EU-Parlament entscheidet am 27. Oktober über die designierte Kommission. Buttiglione hatte seine Kandidatur am Donnerstag verteidigt, zugleich aber auch angedeutet, daß er auf das Amt verzichten könnte. „Es wäre ohne Zweifel besser für das Europäische Parlament und für Europa, einen Mann des Gewissens zu haben, aber sollte ich diskriminiert werden, weil ich Katholik bin, dann ziehe
ich es vor, Katholik zu bleiben“, sagte er der BBC. Die Entscheidung liege nun beim Europaparlament und beim designierten Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso.

Publicado por jpdias às outubro 17, 2004 10:42 PM